Euer Urlaubsanspruch vor, während und nach der Schwangerschaft

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Ihr Urlaubsanspruch vor, während und nach der Schwangerschaft

Auch schwangere Arbeitnehmerinnen machen Urlaub, entweder um sich zu erholen oder um sich beispielsweise der Belastung durch die sommerliche Hitze zu entziehen. Dann ist es wichtig, dass ihr die für werdende Mütter relevanten gesetzlichen Bestimmungen kennt. Das gilt auch für euren Urlaubsanspruch in der Schwangerschaft, der im Gesetz klar definiert ist. Doch was passiert mit eurem Urlaubsanspruch in der Schwangerschaft, im Mutterschutz und während der Elternzeit?

Der gesetzliche Urlaubsanspruch

Der Urlaubsanspruch ist im Bundesurlaubsgesetz (BurlG) geregelt. Danach haben Arbeitnehmerinnen bei einer Sechs-Tage-Woche einen Urlaubsanspruch von mindestens 24 Tagen und bei einer Fünf-Tage-Woche einen Urlaubsanspruch von mindestens 20 Tagen. Diese gesetzlichen Bestimmungen können jedoch durch tarifvertragliche Regelungen oder durch individuelle Vereinbarungen im Arbeitsvertrag ersetzt werden. Diese dürfen allerdings nicht euren Interessen als Arbeitnehmerin zuwider laufen und zu eurem Nachteil von den Bestimmungen des BurlG abweichen. Das bedeutet, der im Arbeitsvertrag angegebene Urlaubsanspruch darf nicht geringer ausfallen als der im Gesetz vorgegebene.
 
Nicht jede Arbeitnehmerin kommt in den Genuss des BurlG. Voraussetzung ist, dass ihr einer der in den §§ 2 und 12 BurlG genannten Personengruppen angehört, nämlich diesen:

  • Ihr seid Arbeitnehmerin in einem Vollzeitarbeitsverhältnis
  • Ihr seid Arbeitnehmerin in einem Teilzeitarbeitsverhältnis
  • Ihr seid Auszubildende
  • Ihr arbeitet als Aushilfskraft, als Teilzeitarbeitskraft oder üben eine geringfügige Beschäftigung aus.

Euer Urlaubsanspruch entsteht jedoch nicht mit dem Tag eurer ersten Arbeitsaufnahme, sondern erst nach einer Betriebszugehörigkeit von einem Monat, wobei die tatsächliche Beschäftigungsdauer maßgeblich ist.

Was mit eurem Urlaubsanspruch während einer Schwangerschaft passiert

Sofern ihr bei Antritt des Mutterschutzes noch einen Anspruch auf Resturlaub habt, bleibt dieser nach § 17 S. 2 MuSchG (Mutterschutzgesetz) erhalten. Dann habt ihr die Wahl, ob ihr euren Urlaub im aktuell laufenden Kalenderjahr oder im nächsten Jahr in Anspruch nehmen möchtet. Das MuSchG sieht für werdende Mütter einen über das Bundesurlaubsgesetz hinausgehenden Schutz vor. So wird der Mutterschutz im Arbeitsrecht nicht als Fehlzeit, sondern als Beschäftigungszeit, also als reguläre Arbeitszeit angesehen. Insoweit handelt es sich beim Mutterschutz um ein gesetzliches Beschäftigungsverbot für werdende Mütter.
 
Das bedeutet, dass euer Urlaubsanspruch auch nach dem Mutterschutz weiterhin besteht. Anders als normalerweise üblich, verfällt euer Urlaubsanspruch auch nicht zu einem festen Zeitpunkt im nachfolgenden Jahr. Das ist ein Termin, den regelmäßig der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter bindend festlegt. Sofern ihr nach dem Mutterschutz noch einen Anspruch auf Resturlaub habt und auch der Urlaubsanspruch, der sich aus der Zeit des Mutterschutzes ergeben hat, kann dieser auch weiterhin beansprucht werden. Ihr könnt diesen Urlaub entweder im laufenden Kalenderjahr oder im gesamten Folgejahr wahrnehmen. Erst danach verfällt er.

Was mit eurem Urlaubsanspruch während der Elternzeit passiert

Anders als beim Mutterschutz handelt es sich bei der Elternzeit nicht um Beschäftigungszeit. Stattdessen ist dieser Zeitraum aus arbeitsrechtlicher Sicht eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit, auf die ihr nach der Geburt eures Kindes als Arbeitnehmerin und auch als Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch habt. Aus diesem Grund hat der Arbeitgeber das Recht, für jeden vollen Monat, den ihr in der Elternzeit seid, ein Zwölftel eures Jahresurlaubs zu streichen. Hierzu folgendes Beispiel: Wenn ihr beispielsweise ab Juli für den Rest des Jahres Elternzeit beantragt, hat euer Arbeitgeber das Recht, euren Jahresurlaub um sechs Zwölftel zu kürzen, da ihr sechs Monate von insgesamt zwölf Monaten nicht arbeitet. Sofern ihr bereits vor Beginn des Mutterschutzes mehr Urlaub genommen habt, als euch nach der Elternzeit durch die Kürzung eures Urlaubsanspruchs zusteht, werden euch diese Urlaubstage von eurem Urlaubsanspruch im nächsten Jahr abgezogen.

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